Franz Weidinger
Mit der diesjährigen Einzelausstellung von Franz Weidinger kehrte einer der langjährigsten Künstler der Galerie Kunst Herrmann zurück – und berührte mit seinen Werken einmal mehr die Tiefe des Menschseins. Bereits 1996 zeigten wir seine erste Einzelausstellung, damals frisch aus dem Studium. Seither begleitet uns sein Schaffen, das sich konsequent der Frage nach dem Wesentlichen widmet.
In seinen Skulpturen geht es nicht um Repräsentation, nicht um Status oder Pose – es geht um das Menschsein in seiner reinen, ursprünglichen Form. Weidingers Werke sind Begegnungen: nackt, ohne Attribute, aus Holz geschaffen – mal in wenigen Zentimetern, mal lebensgroß. Besonders seine neue Werkgruppe der „offenen Räume“ beeindruckte mit der stillen Kraft von Figuren und Raumfragmenten, die zwischen Konkretion und Abstraktion schweben.
Die Ausstellung zeigte neben plastischen Arbeiten auch Aktzeichnungen auf Papier und Holz – kraftvoll, direkt, reduziert. Gerade in der Reduktion entfaltet sich die Intensität dieser Arbeiten: Sie fordern zum Sehen auf, zum Innehalten, zum Fragen.
Die Resonanz war überwältigend. Viele Gäste zeigten sich tief bewegt – von der stillen Präsenz der Werke und von Weidingers künstlerischer Klarheit, die keine Ablenkung kennt. Seine Skulpturen sprechen leise – und bleiben lang im Gedächtnis.