Ausstellung und

Konzert "Es gibt Tage..."


"Die Melancholie des Faust", Acryl auf Leinwand, 2012

 

 

Armin Mueller-Stahl

Faust & Menschenbilder

Malerei und Arbeiten auf Papier

 

 

Nach der großen retrospektiven Ausstellung zum Stadtjubiläum 2010 in Neumarkt meldete sich Armin Mueller-Stahl 2014 mit einem spektakulären Projekt zurück.

In der Ausstellungshalle des Reitstadels zeigte sich die ganze Bandbreite  von Mueller-Stahls Schaffen in Portraits zu den Themen Musik, Literatur und Personen

der Weltgeschichte.

Darunter einige extra für die Ausstellung in Neumarkt entstandene Portraits.

Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung lag eindrucksvoll auf dem Faust-Zyklus. Dieser besteht zum einen aus 20 Original-Lithographien zu Johann Wolfgang von Goethes Drama „Urfaust“, die 2003 entstanden sind als auch beeindruckende großformatige Arbeiten auf Leinwand und Papier. Armin Mueller-Stahl arbeitet nicht illustrierend eng am Text, sondern es werden in freien Themenbildern Sequenzen der Handlung aufgenommen, aber auch eigenständige Deutungen und Sichtweisen der Szenen gestalterisch umgesetzt. Es sind spontane Bildzitate des Künstlers, die nicht immer dem Handlungsablauf des Textes folgen.

 

Die Ausstellung wurde im Beisein des Künstlers am Samstag den 01.03.14 um 11.30 Uhr eröffnet.

 

Ausstellungsdauer bis Sonntag 23.03.2014

  

freier Eintritt

 

Ausstellungshalle im Kulturhaus Reitstadel

Residenzplatz

92318 Neumarkt

Parkmöglichkeiten: Tiefgarage am Residenzplatz

Foto: Guido Werner
Foto: Guido Werner

Kultureller Paukenschlag in Neumarkt: Armin Mueller-Stahl, einer der besten deutschen Schauspieler und küntlerisches Multitalent, gastiert in Neumarkts historischem Reitstadel. Armin Mueller-Stahl ist einer der ganz wenigen deutschen Stars auf dem internationalen Film-Parkett. Gemeinsam mit den Musikern Günther Fischer und Tobias Morgenstern goibt er unter dem Titel „Es gibt Tage...“ einen Teil seiner eigenen Geschichte preis. Diese Lieder sind vor mehr als 45 Jahren in der DDR entstanden. Sie kommen aus einer Zeit, die heute beinahe so fern erscheint wie das Mittelalter und doch noch ganz nah ist. Mueller-Stahl scheute sich lange, diese Songs überhaupt zu veröffentlichen: „Es war ein Wunsch meiner Frau, die Lieder auch mal ins Leben zu bringen. Aber während der Produktion entdeckten wir, dass einige von ihnen immer noch aktuell sind.“ In seinen Songs entfaltet Armin Mueller-Stahl eine skurrile und doch sehr poetische Welt. Viele dieser Lieder bauen auf Metaphern auf. Geschichten von Tieren oder Gegenständen, hinter denen etwas ganz anderes steckt. Für kreative Geister gehörte es in der DDR zum Überleben, für alles und jedes Gleichnisse zu finden. Dieses Denken schlägt sich auch auf der gleichnamigen CD nieder. Mueller-Stahl trug all diese Lieder und Gedanken Jahrzehnte mit sich im Kopf. „Als Günther Fischer sich ans Klavier setzte und ich ihm einige Melodien vorsang, setzte so ein merkwürdiger Rückmarsch in die Vergangenheit ein“, bestätigt der damals 80-jährige CD-Debütant. „Plötzlich begann ich noch einmal, die Welt mit den Augen eines 35-Jährigen zu sehen. In meinem Alter sieht man Dinge, die einen früher bedrückten, locker und gelassen. Damals hingegen konnte ich alles, was mich bedrückte, in skurrilen Liedern abhandeln.“ Armin Mueller-Stahl singt über traurige und düstere Themen, bringt diese jedoch mit einer derart unbeschwerten Heiterkeit zu Gehör, dass alle Bitterkeit aus den Liedern schwindet. Dabei half der zeitliche Abstand genauso wie die musikalische Umsetzung durch Günther Fischer und Tobias Morgenstern. „Wir haben versucht“, so Mueller-Stahl, „die schweren Texte musikalisch heiter ausklingen zu lassen oder mit einer leichteren musikalischen Variante zu brechen. Ich finde grundsätzlich, dass schwere Themen heiter abgehandelt werden sollten. Der schöne Widerspruch erzeugt dann Reibung und macht es interessanter.“ Mit dem bekannten Filmkomponisten und Jazzsaxofonisten Günther Fischer verbindet den Schauspieler eine lange Freundschaft. Die beiden lernten sich vor 47 Jahren kennen. Für den Musiker, Produzent und Arrangeur Fischer war es nicht schwer, sich auf die Texte seines Freundes einzulassen, denn viele Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre in der DDR decken sich mit denen des Schauspielers. Fischer rekapituliert: „Damals hatten wir die Lieder mit Jazz-Quartett gespielt, diesmal wollten wir sie etwas sparsamer und wirkungsvoller umsetzen. Armin war sehr auf Reduktion bedacht. Dadurch entstand etwas, das nicht nur für sich simpel, sondern zugleich einfach und substanziell war.“ Diese entwaffnende Einfachheit gewährt heute auch all jenen Zugang, die nicht die Erinnerungen der beiden Akteure teilen. Mit Akkordeon, Klavier und Stimme, manchmal auch Saxofon, entsteht ein intimer Dialog zwischen drei Menschen, bei dem es nicht um die Texte allein geht. Dieses Konzert ist nicht nur ein Rückblick, sondern der überaus wache Kommentar eines sensiblen Chronisten, der in über 80 Lebensjahren begriffen hat, dass das Leben aus Wiederholungen besteht. „Es gibt Tage...“ ist mehr als eine Sammlung von Songs oder eine Reise in die Erinnerung – es ist eine Inszenierung, die den Hörer mit atmosphärischer Nähe und spontanen Lachern vom ersten Augenblick an einbindet. Auf seinen Live-Konzerten hat Armin Mueller-Stahl noch Tom Götze am Bass dabei, der es genau wie Günther Fischer und Tobias Morgenstern super versteht, seine Titel musikalisch umzusetzen.